Zwingerhund oder Haushund?

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01.12.12, 17:58:28

*Schnuffel*

:hi

Was denkt ihr über die Zwingerhaltung/Freilandhaltung.
Meint ihr diese Hunde haben Nachteile oder Vorteile gegenüber den Hunden die mit im Haus wohnen?
Oder sind etwa Hunde die im Haus wohnen nur verweichlicht und desensibilisiert gegenüber ihren natürlichen Lebensweise?

Es git ja viele Ansichten, von wegen ein richtiger Hund gehört nicht ins Haus, usw..
Heisst das ich/wir haben keine richtigen Hunde mehr?

Was meint ihr dazu?
02.12.12, 22:22:22

*Schnuffel*

:hi

Ah, ist euch das Thema zu heiss?
:pfeif
03.12.12, 13:19:40

Wiebke

Ich bin nicht ganz so häufig hier, habs deswegen eben erst gesehen.

Ich sehe Zwingerhaltung sehr zwiespältig: es kommt sehr darauf an, wie sie praktiziert wird. Wenn ich den Hund nur manchmal stundenweise im Zwinger hab (während ich zum Einkauf oder zur Arbeit weg bin, wo ich den Hund nicht sowieso mitnehmen kann), dann kann (!) der Zwinger für den Hund durchaus interessanter sein, als wenn er in der Zeit alleine im Haus warten muss.

Für Arbeitshunde, die stundenlang an der Schafherde (oder sonst wo arbeiten müssen), ist es vielleicht auch noch vertretbar. Aber in solchen Fällen sollte der Hund dann im Zwinger bitte nicht alleine, sonder zusammen mit anderen Hunden sein.

Den Hund überwiegend oder ausschließlich im Zwinger zu halten, ist für mich indiskutabel. Schon gar nicht für Einzelhunde, da finde ich so eine Haltung absolut nicht artgerecht. Der Hund braucht Kontakt zu Sozialpartnern genauso wie wir Menschen. Wenn ich keinen Kontakt zum Hund haben will, dann schaffe ich mir sinnvollerweise keinen an!

Viele Grüße
Wiebke
03.12.12, 13:53:56

Kröte

Diese Frage beschäftigt mich nun auch schon seit langem. Seit 3 jahren wohne ich in einem kleinen Dorf in Brandenburg, in dem es zahlreiche Draußen-, Zwinger- und sogar mindestens 2 Hunde die angebunden sind, gibt. Da sich auch kaum jemand mit den Tieren beschäftigt, kann ich auf alle Fälle folgende Nachteile erkennen: Völlig sinnloses Gekläffe (aus langer Weile), hysterisches am Zaunhochgespringe (nähert man sich den Hunden aber ind sehr bestimmter aufrechter Haltung, ziehen die buchstäblich den Schwanz ein und flüchten, frühe Alterung. Durch die Nässe und Kälte bilden sich viel früher Arthrosen. Die Lebenserwartung scheint nicht sehr hoch zu sein.
Die Hunde, die hier ins Haus dürfen, kommen dafür aber kaum raus. Entweder hat der Hund dann auf dem Hof Auslauf oder er wird dreimal am Tag die Straße hoch und runter geführt. Auch das ist schrecklich, aber wenigstens haben die im Haus Gesellschaft.

Ich habe in den letzten 3 Jahren viele Welpen und Junghunde in die Einzel-/Draußenhaltung gehen sehen und es belastet mich sehr, wenn ich sehe, was für ein tristes Leben diese Tiere führen müssen, gerade wenn man weiß, zu was Hunde in der Lage sind, wenn man sich intensiv mit ihnen beschäftigt.
05.12.12, 11:11:56

Crime

Der Papa von Luke arbeitet ja in der Nachbarfirma von meiner Arbeitsstelle als Wachhund. Es gibt Tage vor allem in extrem heißen Sommern und besonders kalten Wintern da tun mir Lucky und Boomer schon leid. Vor allem weil dank Luckys Ausbrechertalent sind die beiden Tagsüber während des Firmenbetriebes inzwischen in einem kleinen Teil abgesperrt. Da haben sie nachdem ich mal was gesagt hatte inzwischen ein Sonnensegel und zuerst 1 jetzt 2 Boxen hingestellt bekommen. Am Anfang wenns beispielweise regnete haben sie sich ganz nah an die Scheune gelegt weil dies der einzige trockene Platz war bedingt dadurch dass das Dach wenige Zentimeter über die Wand rausragt.

Aber dann wieder gibts Tage da denk ich ihnen geht es nicht so arg schlecht. Sie haben sich gegenseitig, sie sind ganztägig draussen und sie haben eine Beschäftigung. Lucky ist von den beiden ja der Alarmgeber während Boomer nur Lucky nachmacht. Bei nem Einbruch hingegen würde ich sagen wäre Boomer der welcher aktiv wäre und Lucky wäre der im Hintergrund.

Sie oder viel mehr Lucky bellt viel. Die meisten sagen die bellen grundlos aber mir fiel auf dass es immer einen Grund gibt. Jemand rast zu schnell die Straße lang (die gar nicht an ihrem Gehege vorbei kommt), oder und das ist es was die meisten nicht mitbekommen wenn auf der Autobahn die hier 100m hinter den Gebäuden vorbei läuft gehupt wird. Auch Sirenen egal wie weit weg und Martinshörner von Krankenwagen werden kommentiert. Da wir das manchmal einfach nicht hören können würde ich behaupten sind die beiden keine "Grundlos aus langeweile Beller".

Sie haben also Platz, Gesellschaft, menschlichen Kontakt und eine Aufgabe, werden gut ernährt (nicht über- und nicht untergewichtig), wirken fit.
Wie alt sie sind weiß ich nicht sie waren aber schon ausgewachsen als wir hier eingezogen sind und das war zum 1. April 2007 also sind beide wenigstens 7 Jahre oder älter. Der Schnitt für Sennenhunde ist ja allgemein nicht der allerbeste, ich hörte mal der Schnitt sind ca. 8 Jahre und es würde mich arg überraschen wenn einer der beiden innerhalb des nächsten Jahres sterben würde.

Das soll nicht heißen das ich diese Art der Haltung gut finde. Ich ziehe eindeutig eine Haltung innerhalb einer Familie vor, wenn die Familie sich auch um den Hund kümmert, ihn beschäftigt usw.
Es wird bei beiden Varianten mehr als genügend üble und sicher auch mehr als ausreichend gute Beispiele geben so das ich keine der Seiten über den Klee loben oder absolut verteufeln würde.
06.12.12, 23:54:52

Marion

Für mich gehört ein Hund dahin, wo seine Familie ist. Zwingerhaltung, dazu noch als Einzelhund, halte ich für die meisten Hunde für indiskutabel.
Ausnehmen davon würde ich nur die absoluten Outdoorhunde, wie die nordischen Rassen, z.Bspl. Huskies. Hier im Schwarzwald gibt es viele Huskyhalter, die Minimum zwei oder mehr Hunde haben. Das Huskyrudel eines Nachbarn hat einen Außenzwinger mit angrenzendem großen Freigelände. Die werden artgerecht gehalten und viel beschäftigt. Diese Bande lebt erst so richtig auf im Winter, das ist ihre Zeit, und ein Leben im Haus ist denen tatsächlich viel zu warm.

Anders sehe ich die Zwingerhaltung hauptsächlich bei den eingefleischten Haltern von Deutschen Schäferhunden. Da ist es an der Tagesordnung, dass die Hunde im Zwinger gehalten werden und ich kenne Fälle, wo der Hund noch nie das Haus seiner Leute betreten hat.
07.12.12, 18:21:01

*Schnuffel*

Zitat von Marion:


Anders sehe ich die Zwingerhaltung hauptsächlich bei den eingefleischten Haltern von Deutschen Schäferhunden. Da ist es an der Tagesordnung, dass die Hunde im Zwinger gehalten werden und ich kenne Fälle, wo der Hund noch nie das Haus seiner Leute betreten hat.


Das kenn ich von hier auch! Und ich kann diese teils armen Kreaturen nur bemitleiden, weil sie teilweise auch noch an, wenn auch recht lange, Ketten hängen!
Von so Jemanden hab ich schon die Aussage bekommen, ich verhätschle ja meine Hunde nur, weil sie im Haus in die Familie integriert sind.
Da gehören sie schlicht nicht hin, so die landläufige Meinung vieler hier!
10.12.12, 16:22:20

Crime

Der Patenonkel meines Bruder hielt auch nen Kettenhund. Jakob hieß der. Der war aber nicht an der Kette weil er nicht hätte drin leben dürfen sondern weil er jedem außer seinem Herrchen an die Gurgel ist. Und als dann die Frau einzog musste der Jakob an die Kette. Die Frau bekam dann eine Hündin Zita hieß die glaub und die war auch sagen wir überdurchschnittlich wachsam. Mein Dad meinte immer Jakob ist ihm lieber, die Zita ist hinterfotzig (darf man das Wort überhaupt benutzen?) die geht dir mal an die Kehle wenn du grad am dösen bist.

Die beiden bekamen dann einen Wurf da war Jakob schon ziemlich alt. Sollte quasi ein Nachfolger werden. Weiß nimma wie der Sohn hieß den sie behielten aber der war auch nicht ohne. Durfte aber frei laufen mit Mama. Die wurde nach dem Wurf viel ruhiger, fast schon ein Schosshündchen. An alles kann ich mich nicht mehr erinnern aber zu Jakob durfte natürlich niemand und ich glaub wir Kids durften nicht mal alleine übern Hof laufen. Im Prinzip waren das 3 Kettenhunde wovon 2 aber mit Familienanschluss gelebt haben.
Der Kontakt brach dann auch ab wie es also den dreien noch ergangen ist weiß ich auch nicht.
 
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