Wie alt darf ein Hundehalter sein.

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06.11.12, 08:57:13

Crime

Hi,

eine ähnliche Frage stellten wir uns letztens in einem anderen Forum. Es wurde von einem Mitglied gestellt die wohl eine Nachbarin in höherem Alter hat, welche sich einen Welpen geholt hat. Sie konnte das nicht nachvollziehen und fand es dem Welpen gegenüber unfair.

Nun hatte sich hier ja ein Mitglied vorgestellt welches sich ebenfalls nochmals einen Welpen zulegen will aber folgende Einschränkung im Bezug auf unsere Berger angegeben hat.

Zitat von Petra-Kid:
Heute wissen wir aber Bescheid, und wir würden uns einem erneuten Spezialisten nicht gewachsen fühlen. Wir werden ja auch älter :klug (ich werde im Nov. schon 66), sind zwar noch recht fit, aber ich glaube mal, wir sollten doch einen Hund auswählen, der etwas weniger anspruchsvoll ist. Schließlich müssen wir ja auch an den Hund denken, der nicht unter seinen alten Besitzern zu kurz kommen soll!!!!


Was denkt nun ihr?

Ein Contra-Beispiel wurde aufgefüht. Eine Dame hatte sich im hohen Alter einen Welpen zugelegt. Als sie starb war dieser inzwischen 12 Jahre alt. Nun muss ich gestehen, dass ich nicht weiß ob ich in 8 Jahren noch lebe (wer kann das schon, niemand weiß ob er krank wird oder einen Unfall hat).
Der Hund landete dann mit seinen 12 Jahren im Tierheim. Was daraus dann wurde weiß ich nicht. Aber hätte sich diese Dame nun wirklich gar keinen Hund holen dürfen?
Hätte sie nur auf den Welpen verzichten sollen und sich lieber einen älteren Hund aus dem Tierheim holen sollen? Mit eventuellen Erziehungsproblemen und der Gefahr dass er über kurz oder lang als "Wiederholungstäter" im Gefängnis sitzt?

Bin mal gespannt.
06.11.12, 12:58:13

Annett

Na, das ist doch mal eine Diskussion :pfeif :pfeif
06.11.12, 16:18:17

Crime

Na deine "Meinung" ist ja mal überschaubar kurz. :p
06.11.12, 17:25:13

Annett

Oh, nein! Aber da brauche ich etwas Zeit ums sie schriftlich nieder zu schreiben!!!!! :p :p
06.11.12, 19:12:46

*Schnuffel*

:hi

Ja gutes Diskussionsthema!!!

Man sollte es nicht nur am reinen Alter ausmachen, sondern wie fit jemand noch ist oder sich fühlt!
ABER man sollte reel sein und nicht dem Wunschdenken erliegen! Man kann sich ja von mehreren Stellen Rückinfons holen.
Zudem spielt auch die Erfahrung, bezogen nun auf unsere Rasse, eine grosse Rolle. Ich würde jemanden der Berger schon lange kennt und erzogen hat auch im höheren Alter einen Hund geben, sofern ich nicht das Gefühl hätte - sorry nun dafür - dass er keine 5 Jahre mehr macht.

Ausserdem muss man immer bedenken, es könnte ja auch ein tödlicher Unfall bei einem jüngeren Menschen den Hund herrenlos machen.
Daher find ich das immer ganz gut, wenn man abgeklärt hat wer sich im Ernstfall um einen Hund kümmert.

Wieso unfair gegenüber dem Welpen? Kommt doch drauf an was die Dame so alles mit ihrem Hund anstellt, bzw noch anstellen kann. Manch Junger macht vllt weniger Sinnvolles als die ältere Dame, oder weiss man da mehr zu?

Aber ich hab da auch so meine spontan gefühlte Grenze bei Interessenten in meiner aktiven Züchterzeit gehabt.
Salopp gesagt würd ich einem 80 Jährigen nun keinen Berger mehr empfehlen! :aehm

Wie siehst du das Thema denn?
Und ich bin ja mal gespannt was das Annettchen dazu meint, oder Wautzi als aktiver Züchter!
07.11.12, 09:19:23

Karin-w.

Als wir unsere Jette holten, war ich 57 Jahre. Ich rechnete mit einer Lebenserwartung von 16 Jahren, leider ist sie nur 14 Jahre alt geworden. Sie hat bei den Koppelschafen geholfen und ist voll und ganz in ihrer Aufgabe aufgegangen. Die Schafe sind noch da, zwar nicht mehr in der Menge, es geht auch ohne Hund, aber nicht so einfach.Wir haben lange überlegt, ob wir uns wieder einen Berger holen, sind aber zu der Überzeugung gekommen, dass uns für so einen temperamentvollen Hund die Nerven fehlen. Ich weiß ja, was Jette auch im Alter noch für Ansprüche hatte.
Mit 65 Jahren haben wir uns noch einen Leonbergerwelpen geholt. Ich habe das Gefühl, dass dieser Hund, jetzt 8 Jahre,sich im Vergleich zu uns, wesentlich älter fühlt.
Wenn sie nicht mehr ist, werden wir uns wieder einen großen Hund holen, allerdings keinen Welpen und auch keinen Hund aus dem Tierschutz. Ich möchte wissen, wie der Hund vorher gehalten worden ist und was er erlebt hat. Es gibt doch mehrere Züchter, die zuchtuntaugliche Hündinnen abgeben. Ich kenne einige Fälle, wo Rentner solche Hunde übernommen haben und neuer Besitzer und Hund glücklich und zufrieden sind. Bei Tod oder Krankheit muß der Hund dann an den Züchter zurück. Dies ist für dann für beide Parteien eine sehr gute Lösung.
Karin
07.11.12, 11:09:48

Crime

Tjaaaaa gute Frage.

Wenn ich das nur so genau wüsste. Ich hab für mich persönlich ein paar Beispiele.

Beispiel 1 unsere Nachbarn. Gesundheitlich angeschlagen beide dürften schon lange eine 7 vorne stehen haben und sind unfreiwillig über den Sohn (Fernfahrer) und die Entführung seines Schäferhundes auf einer Fahrt an einen Hund gekommen.

Sie blühten wirklich auf. Wir wohnen hier seit 22 Jahren und hätten wir das vor 22 Jahren gewusst wie die sein können, hätten wir denen vor 22 Jahren nen Hund aufs Auge gedrückt.

Sie öffneten sich wirklich auf ganz tolle Art. Asterix war übrigens ein richtig großer Schäferhund-Mix. Einen Kopf größer als ein durchschnittlicher DSH. Und er war Rüde durch und durch.
Vor allem der Mann lief täglich stundenlang. 2-3x jeweils um ne Stunde und halt die kurzen Runden wobei kurz auch wenigstens 15-20min oder länger war.


2. Beispiel auf der Hundewiese. Er ist ja ein super netter Mann und hat auch ne ganz liebe Frau. Aber sie sind beide gesundheitlich mehr als schwer angeschlagen. Sie hab ich schon sehr, sehr lange überhaupt nicht mehr gesehen. Er quält sich mehr schlecht als Recht auf die Wiese. Läuft kaum 100m und geht wieder retour. Seine Hündin hat er sich erst vor ein paar Jahren geholt. Damals ging es noch etwas besser aber ich meine auch schon damals hatte man es kommen sehen. Wieso also noch eine so junge Hündin holen?


3. Beispiel mein Dad. Er war mit Luke überfordert als dieser noch Gesund war. Nun ist Luke ja alles andere als Gesund und einfacher wurde er damit weiß Gott nicht. Manchmal ist es auch komisch. Es passiert was blödes und er bleibt total gelassen (wie letzte Woche als sich Luke früh morgens in sein Zimmer entleerte weil ich duschte und mein Dad es wagte zeitgleich auf die Toilette zu gehn).
Dann wieder überfordern ihn kleinste Kleinigkeiten. Also er ist, im Vergleich gerade erst, 65 und ihm würde ich definitiv keinen Hund zutrauen.

Wo ich das Problem sehe. Solange ein Hund Gesund ist mag auch jemand älteres noch klar kommen. Aber was passiert wenn der Hund krank wird? Stellt euch einen Mitte 70jährigen mit einem Schäferhund vor der einen epileptischen Anfall hat und wie Luke zu Anfang aggressiv reagiert.

Auf der anderen Seite sehe ich auch, dass gerade Haustiere und allen voran Hunde, bei älteren Leuten dafür sorgen, dass sie aktiv bleiben oder aktiver werden. Ich bin jetzt noch arg jung, drum ist das natürlich nicht so realistisch mir das jetzt schon vorzustellen aber ich hätte später wenn ich in der selben Situation bin, auch gerne einen Hund. :klug
07.11.12, 20:01:33

Annett

Also ich versuche jetzt mich mal in dieses Thema einzubringen:

Ich denke, dass kann man nicht so pauschalisieren. Es gibt ältere Menschen, die sind 70 und wirken wie 50 oder umgekehrt. Das war jetzt ein Beispiel.

Auch finde ich nicht, dass man die Hunde mit langen Spaziergängen auslasten muss. Nein, ich denke gerade einen Berger laste ich so nicht aus. Den muss ich geistig fördern. Und das kann eine ältere Person, die nicht mehr ganz so gut zu Fuss ist genauso gut, wie ein jüngerer Mensch.
Reden wir aber von einem grossen Hund mit 50kg und mehr finde ich es bedenklich, wenn so ganz alte Leute ihn führen, noch dazu, wenn der Hund nicht im Grundgehorsam steht.
Wir haben hier eine ältere Dame, die einen schwarzen Schäferhundmischling hat, der auf alles geht. Das Problem: die Frau kann ihn nicht halten und lässt ihn teilweise auch ohne Leine laufen..... Das ist mir zu gefährlich und versuche immer einen sehr grossen Bogen um die Frau zu machen, auch wenn ich ohne Hunde unterwegs bin.

Wenn man sie darauf anspricht wird sie total ungehalten und uneinsichtig.

Ich kann verstehen, dass für viele ältere Menschen der Hund manchmal nur noch der einzige Sozialkontakt ist. Und das ist auch gut so. Die Tiere geben diesen Menschen sehr viel!
07.11.12, 22:08:30

Karin-w.

Jetzt muß ich mich noch einmal melden.
Wir haben immer große Hunde gehabt, Herdenschutzhunde, wie Kuvasz und Kaukasen. Sie waren einfacher zu leiten, als unsere Kleinen. Wahrscheinlich ist man bei den Großen konsequenter in der Erziehung Meine Hunde gehorchen, gehen super an der Leine und sind nicht streitsüchtig. Es passierte mir bereits mit 30 Jahren, dass die entgegen kommenden Leute, etwas auf Seite gingen oder sogar die Straße wechselten. Jezt ist es nicht häufiger geworden.
Ein kleines Erlebnis aus meiner Jugend. Unser erster Hund war ein 6 jähriger Kuvasz, der anfangs gern pöpelte und keiner Beißerei aus dem Weg ging. Mein Mann und ich führten ihn dann zur eigenen Sicherheit mit Maulkorb.In unserem Urlaub gaben wir ihn zu meiner 75 jährigen Tante, einer pensionierten Lehrerin. Sie wohnte sehr ländlich und ging auch regelmäßig mit ihm spazieren. Bei ihr suchte er keinen Streit mit anderen Hunden und war der wohlerzogenste Hund. Früher dachten wir immer, der Hund weiß, dass die alte Frau ihn nicht halten kann und deshalb benimmt er sich, er hat ja keine Rückendeckung. Heute sehen wir die Sache anders, sie hat ihm zu verstehen gegeben, dass er sich zu benehmen hat und der Hund hat es akzeptiert.
Es gibt viel mehr schlecht oder gar nicht erzogene kleine Hunde, als große. Hier im Ort gibt es eine alte Rollstuhlfahrerin mit einem Labrador, den sie auch Bestens im Kommando hat. Es ist nicht die körperliche Kraft, die erst eine Großhundehaltung ermöglicht. Der Hund muß natürlich artgerecht versorgt und gehalten werden, was ja leider in der Stadt nicht so gut möglich ist.
Die Gesundheit der Senioren ist das A&O, hier macht es aber
keinen Unterschied, ob man einen kleinen oder einen großen Hund hat.
Karin
08.11.12, 11:00:40

Gift

ICh muss sagen dass ich die pauschal MEthode nicht so nehmen kann- Es gibt keine Regeln und nun Einzeln Fälle! Als Züchter würde ich mir evt mehr Gedanken machen im Fall von was passiert mit den HUnd wenn denn? Kommt er bei mir Retour ist was vorgesehen ..wie VErwante oder Bekannte?
Danach bleiben die Annsprüche doch genau gleich..was passiert mit den Welpe wenn er geht.
die Leute wo ich kenne sind sich ihren Alter Bewusst..Die älteste ist über 80 macht immer noch Avi aber wird sich keine neuen HUnd nehmen..Risiko ist zu gross! :klug
08.11.12, 12:38:41

Crime

Karin würdest du jetzt von deiner Sicht aus dieser Rollstuhlfahrerin die ja auch schon älter ist. Nach diesem Hund wieder zu einem Hund raten? Würdest du ihr einen Hund vermitteln?


08.11.12, 21:33:42

Kröte

Man kann das eigentlich nicht so pauschalisieren, aber ich habe grundsätzlich schon ein Problem damit, wenn sich alte, kranke oder gebrechliche Menschen noch einen Welpen anschaffen. Damit meine ich ausdrücklich nicht den sogenannten "rüstigen Rentner". Aber die Tierheime sind voll mit alten, verwahrlosten und außerdem auch noch oft übergewichtigen Hunden, deren Besitzer sich aus Gesundheits- oder Altersgründen nicht mehr ausreichend kümmern konnten.

Für mich persönlich steht fest, dass ich mir spätestens mit 60 keinen Welpen mehr anschaffen werde, und je älter ich werde (falls es mir überhaupt gelingt), desto älter wird der Hund sein, der zu mir kommt. Denn, wie gesagt, die Tierheime sind voll damit.
09.11.12, 11:19:18

Crime

Der Admin meines zweiten Hundeforums, hat soweit ich weiß eine Form der Glasknochenkrankheit. Hält aber aktuell Hund 4 und 5 (wenn ich richtig informiert bin).

Hund 1 und 2 waren Beagle, Hund 3 war ein JRT und Hund 4 und 5 sind zuchten aus einer Hundeschlittenhundezucht. Also auf alle Fälle größer und agiler als die Beagle.

Die Hunde werden dort gefordert, gefördert und nach ihren Bedürfnissen voll ausgelastet.
Sie gehören mit Sicherheit zum oberen Drittel der glücklichsten Hunde.

Das ist mal ein echt schwieriges Thema. Zumindest wenn man eine pauschale Antwort treffen will. :)
09.11.12, 16:41:23

Gini

geändert von: Gini - 09.11.12, 16:42:31

hallo Crime,

das glaube ich gerne, dass es den Hunden aus der Zucht von HS gut bei K. geht, er ist ja auch nach Möglichkeiten aktiv
rollend unterwegs und die Hunde, die evtl. schon etwas vorgeschult sind, haben beim Auslauf natürlich viel Bewegung. Außerdem ist K. soviel ich weiss ein Könner in Bezug auf Hundeerziehung.
Hier in der Nachbarschaft ist auch ein älterer Herr, der schon immer Hunde gehalten hat. Die letzten Jahre kann er zunehmend schlechter laufen und schnaufen, aber Hund/e hält er trotzdem. Jetzt hat er einen Rollator und drauf steht ein mobiles Sauerstoffgerät, ohne das würde er die Runde nicht mehr schaffen. Sein Hund ist immer neben ihm, begleitet ihn auf Schritt und Tritt, gehorcht aufs Wort und er wird auch jetzt noch seinem Hund, der mit ihm alt geworden ist, gerecht.
Wenn aber jemand im Alter einen Hund egal welchen Alters holt, damit er einen "Streichelpartner" hat, dem Hund aber sonst nicht mehr gerecht werden kann, wäre ich gegen das Halten eines Hundes bei wirklich alten, gebrechlichen Menschen.
10.11.12, 20:01:50

*Schnuffel*

:hi

Gute Antwort Gini, das würd ich auch so sehen!

ABER
Z.B. Ein Züchter der seinen Interessenten jetzt nun nicht so gut, bzw über einen längeren Zeitraum kennt.
Wie soll der entscheiden ob jemand nur "Aufspricht" oder dem Hund gerecht werden könnte/würde?
Weil da ist eigentlich ja das Problem, von Irgendjemanden bekommen ja die Menschen ihre Hunde. Wie müssen/sollen diese entscheiden?!

Mal so als anderen Gesichtspunkt...
 
 
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